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Dresdens
Ursprung fällt in die Zeit
zurück, wo die Sorben in dieser vor 1000 Jahren noch mit dichten Wald
bedeckten Gegend feste Wohnsitze suchten. Auf dem linken Elbufer deuten
Ostra (Ostrow), Poppitz, Fischerdorf, der Taschenberg und Elbberg auf den
frühesten Ursprung der Stadt hin. Der Name ist slawischen Ursprungs
"Drjezajenje" (Waldbewohner, urkundlich Dresdene). - Nachdem
König Heinrich I. um 922 die Sorben unterworfen hatte und Meißen
Sitz eines Markgrafen und eines Bischof geworden war, trat auch Dresden
unter die Pflege deutscher und christlicher Kultur. - Aus der Zeit
Markgraf Dietrichs von Meißen stammen die ältesten Urkunden, von 1206,
1215 und 1216, in denen wir Dresden überhaupt zuerst und
zugleich als zeitweilige Residenz des Markgrafen und besonders als Stadt (civitas)
erwähnt finden. Dietrichs Sohn und Nachfolger, Heinrich der Erlauchte
(gest. 1288), hatte in der alten markgräflichen Burg am
Taschenberg vorzugsweise seinen Wohnsitz. Die Stadt beschränkte sich
damals auf die heutige innere Altstadt und war mit Mauern und Gräben
umgeben; am rechten Ufer lag das Dorf Alten-Dresden (die heutige Neustadt),
das erst 1403 Stadtrechte erhielt und 1550 mit Dresden zu
einer Stadt vereinigt wurde. Bei der Teilung Sachsens zwischen Ernst und
Albert 1485 kam Dresden an letztern und blieb seitdem
ununterbrochen Residenz der sachsen- albertineschen Linie. Durch Alberts
Sohn, Herzog Georg den Bärtigen, wurden 1521-28 die Befestigungen
verstärkt und ward 1834-37 das Georgenschloß erbaut. Sein
Nachfolger Heinrich der Fromme führte 1539 die Reformation ein.
"Vater" August 1. (1553-86) ließ das Straßenpflaster
anlegen, die Annenkirche, das Zeughaus, den Jägerhof etc. erbauen und
wurde der Gründer der Bibliothek und der meisten wissenschaftlichen und
Kunstsammlungen. Dresdens glänzendste Periode begann mit der Regierung
Augusts II., des Starken, 1694-1733, seit 1697 zugleich
König von Polen. Das 1685 abgebrannte Alten-Dresden wurde nach
einem großartigen Plan wieder aufgebaut und Neustadt-Dresden
genannt; auch die
Kunstsammlungen sowie die Bibliothek erhielten die wertvollsten
Bereicherungen. August III. (1733 bis 1783) ließ 1739
-64 die prächtige katholische Hofkirche erbauen. Nachdem die Preußen
nach der Schlacht von Kesselsdorf (15. Dez. 1745) Dresden erobert
hatten, kam hier der Friede zwischen Österreich, Preußen und Sachsen 25.
Dez. 1745 zustande. Der Siebenjährige Krieg brach Dresdens Blüte
auf längere Zeit. Die härtesten Leiden trafen die Stadt bei der
erfolglosen Belagerung und der Beschießung durch die Preußen unter
Friedrich d. Großen selbst (Juli 1760), wobei die Kreuzkirche
nebst zwei andern Kirchen und über 600 Häuser in Trümmer sanken. -
Unter der vormundschaftlichen Regierung des Prinzen Xaver (1763-68)
wurde die Stadt jedoch nicht nur wiederhergestellt, sondern auch sehr
bedeutend erweitert und 1764 die Akademie der Künste gegründet.
Die französische Revolution führte viele Emigranten nach Dresden, noch
mehr aber die letzte Teilung Polens. Als die sächsischen Truppen 14. Okt.
1806 mit in das Unglück von Jena verwickelt worden waren, besetzte
der französische General Thiard 25. Okt. Dresden; doch ward es 20.
Dez., nachdem der Kurfürst dem Rheinbund beigetreten war und die
Königswürde (als solcher Friedrich August I., gest. 1827)
angenommen hatte, Sächsische Königsstadt. Im Jahr 1810 begann
man mit Abtragung der Festungswerke, doch ward diese Arbeit beim Ausbruch
des russisch-französischen Krieges unterbrochen. Vom 16.-28. Mai 1812
fand in Dresden eine glänzende Zusammenkunft Napoleons, des Kaisers von
Österreich, des Königs von Preußen und verschiedener andrer Fürsten
statt, und die Heere von beinahe ganz Europa zogen durch Dresden als
Bundesgenossen Napoleons. Im Jahr 1813 war die Stadt ein
Hauptpunkt der Operationen Napoleons. Am 13. März rückte
der Marschall Davout mit 12 000 Mann von Meißen nach Dresden vor. Da vor
der Neustadt bereits Scharmützel (kurzes, kleines Gefecht) mit Kosaken
stattgefunden hatten, ließ der Marschall am 19. März einen
Pfeiler und zwei Bogen der Elbbrücke sprengen und zog ab, worauf 22. März
die Russen die Stadt besetzten, sie aber dann nach der Schlacht bei
Großgörschen wieder räumten. Als im August nach der Kriegserklärung
Osterreichs an Frankreich der Krieg von neuem ausbrach, blieb Dresden der
Mittelpunkt der Bewegungen der französischen Armee und war 26. und 27.
Aug. den Angriffen der böhmischen Armee ausgesetzt, "die
Schlacht bei Dresden", die mit dem Rückzug der Alliierten endete,
und in der Moreau fiel. Nach dem Frieden gewann Dresden ein freundlicheres
Ansehen infolge der Abtragung der Festungswerke, die seit 1817
wieder in Angriff genommen ward. Unter der Regierung des Königs Anton (1827-36)
wurde die Gasbeleuchtung 1828 eingeführt, die Stadtpost errichtet
und die frühern (die jetzigen sind in der Albertstadt) Kavalleriekasernen
in der Neustadt erbaut. An wissenschaftlichen Anstalten entstand (1828)
die technische Bildungsanstalt (Polytechnikum). Die Erweiterung der Stadt
auf der Neustädter Seite, der seit dem 30 jährigen Krieg entstandene
"Neue Anbau auf dem Sande", ward 1835 zu einer
besonderen Vorstadt unter dem Namen Antonstadt vereinigt. Auch unter
König Friedrich August II. (1836 bis 1854) ward Dresden
verschönert, namentlich durch das neue Theater, das 21. Sept. 1869
ein Raub der Flammen wurde, das Orangeriegebäude und das Belvedere auf
der Brühlschen Terrasse. Infolge der Ablehnung der deutschen
Reichsverfassung seitens des Königs von Sachsen nach am 3. Mai 1849
ein Aufstand und Barrikadenkampf aus, der am 9. von sächsischen und
preußischen Truppen unterdrückt wurde.
Einen
ganz bedeutenden Aufschwung hat dann Dresden unter den Königen Johann (1854-73)
und besonders Albert (1873-1901), Georg (1902-04) u.
Friedrich August III. (seit 1904) genommen, vor allem dank der
Tätigkeit weitschauender und energischer Oberbürgermeister, wie Stübel
(1877-95) und Beutler (seit 1805). Die Ereignisse des Jahres 1866,
wo Dresden von Seitens Preußens als strategischer Punkt mit einem starken
Schanzengürtel umgeben wurde, der seit der goldenen Hochzeit des Königs
Johann 1872 wieder beseitigt wurde, haben dieses Aufblühen nur
auf kurze Zeit zu hemmen vermocht. Am meisten hat der Durchbruch großer
Straßen, wie der König-Johann-Straße , der Johann-Georgen-Allee, und
die Anlegung einer breiten Ringstraße um die innere Altstadt, vor allem
aber die durchgreifende Erneuerung der Bahnhöfe und der sie verbindenden
Linien und Brücken und der an sie angeschlossenen Hafenanlagen, die 1890- 1901
mit über 60 Mill. Mark. durchgeführt wurden ist, sowie die Erbauung von
drei neuen Elbbrücken den Verkehr in und mit der Stadt erleichtert und
zugleich das Stadtbild verändert.
Die Errichtung eines großen Ausstellungspalastes mit
Park hat seit 1896 die Veranstaltung einer Reihe zum Teil
hochbedeutsamer Ausstellungen für Kunst, Gewerbe und andre Zwecke
ermöglicht.! Das königl. Schloss ist durch Umbau 1889-1901 zu
einer Zierde der Stadt geworden. Für fast sämtliche Behörden und
öffentliche Anstalten sind stattliche Gebäude neu errichtet, wie insbes.
für die Ministerien, die Landstände, die Polizei, die Gerichte, die
Posten, die Kunstakademie ferner das Rathaus, viele Kirchen und Schulen,
Markthallen, Krankenhäuser, Bäder, Wasser-, Gas- und Elektrizitätswerke
, der Vieh- und Schlachthof. Dabei ist der Stadt die Günzsche und Blochmannsche Stiftung mit jährlich etwa 300 000 M. Ertrag für
Wohltätigkeitsanstalten und Verschönerung der Stadt ungemein zugute
gekommen. Für die Erweiterung der Stadt und ihrer sozialen Aufgaben ist
durch die Einverleibung von Vororten Vorsorge getroffen, und die
Straßenbahnverbindungen mit ihnen sind sehr erweitert und in
öffentlichen Besitz übernommen worden.
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