Der Dresdner Striezelmarkt und seine Geschichte
- Weihnachten in Dresden -
Geschichtssplitter
bearbeitet von : Hans-Jürgen Haupt
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Dresdner Striezelmarkt 
Der Dresdner Striezelmarkt hat über 560jährige Tradition es ist der älteste
Weihnachtsmarkt Deutschlands, gegründet 1434. Die Traditionen sind bis
heute lebendig. Schon
Wilhelm von Kügelgen war von dem adventlichen Markttreiben begeistert: "Das
Glitzern der mit Rauschgold, mit bunten Papierschnitzeln und goldenen Früchten
dekorierten Weihnachtsbäume, die hellerleuchteten, kleinen Krippen mit dem
Christuskinde, die gespenstischen Knecht Ruprechts, die Schornsteinfeger von gebackenen
Pflaumen, die eigentümlichen Wachsstock- Pyramiden in allen Größen, endlich das Gewühl
der Käufer und höfliche Locken der Verkäufer, alles regte festlich auf".
Stallhof, Fürstenzug und Johanneum
Im Renaissancestil südlicher Prägung errichtet, diente der Stallhof ab 1591 als
Schauplatz für Turniere, Ringstechen, Hetzjagden und Fuchsprellen. Heute finden in diesem
mittelalterlich anmutenden Hof weniger
raue Veranstaltungen statt. Schon vor vielen Jahreszehnten wurde der Weihnachtsmarkt auch im Stallhof zu Dresden
abgehalten.
Die Stadtväter von Dresden haben diese alte Tradition wieder aufleben lassen und geben ihm für die festlichen Tage ein besonderes Flair. In der Vorweihnachtszeit ist im Stallhof ein altertümlicher Weihnachtmarkt mit all seinen Buden, Geheimnissen und Düften eingerichtet. Hier führt täglich
das Stallhöfische Adventsspektakel die Besucher in die mittelalterliche Welt
der Gaukler, Musiker und historischen Handwerkskünste. Natürlich gehören auch die traditionellen Dinge wie der Pflaumentoffel, der Striezel und die erzgebirgischen Figuren wie Pyramide, Bergmann und Engel und vieles andere mehr dazu. Besuchen Sie ihn und sie werden verzaubert sein. Tauchen Sie ein die weihnachtliche Vorfreude ein und lassen Sie sich
verwöhnen. Genießen Sie die Gastfreundschaft der Dresdner, es lohnt sich.
Weitere Weihnachtsmärkte wird es in diesem Jahr nach langer Zeit auch wieder auf dem
Neustädter Markt zu Füßen des Goldenen Reiters sowie in Blasewitz an der Brücke
Blaues Wunder geben. Der stimmungsvollste Markt ist aber im
Renaissance-Ambiente des Stallhofes am Residenz-Schloss zu erleben. Hier führt täglich
das Stallhöfische Adventsspektakel die Besucher in die mittelalterliche Welt
der Gaukler,
Musiker und historischen Handwerkskünste.
Zu Zeiten der DDR wurde der Striezelmarkt auf Grund von Bürgereingaben entgültig auf den
Altmarkt verlegt wo er noch heute stattfindet. Weiterhin ist zu empfehlen die Samstags in der Kreuzkirche abgehaltenen Kreuzchorvesper .
Weihnachtszauber und Christstollen
Aus der Geschichte des beliebtesten Dresdner Weihnachtsgebäcks
Die Tradition, in Dresden Christstollen zu backen, ist schon sehr alt.
Historiker
verfolgen den Weg dieses edlen Gebäcks bis um das Jahr 1400 zurück. Erstmals wird der
Stollen 1474 auf der Rechnung des christlichen Bartolomä-Hospitals in Dresden als
Fastensgebäck erwähnt, das lediglich aus Mehl, Hafer und Wasser hergestellt wurde und dem
kirchlichen Dogma unterstand. Ohne Butter und Milch aber war der Stollen, auch Striezel
genannt, ein fades Gebäck. Deshalb wandte sich Kurfürst Ernst von Sachsen und sein
Bruder Albrecht mit der Bitte an den Papst, das Butter-Verbot aufzuheben. Der
Heilige Vater ließ sich erweichen und schickte ein als Butterbrief bekanntes
Schreiben, das bei Zahlung einer Buße mit gutem Gewissen und Gottes Segen auch Milch und
Butter für den Stollen verwendet werden können. So waren zur damaligen
Zeit schon Ver- und Gebote käuflich. Ein gleiches Verbot über den
Verkauf und Gebrauch von Räuchermänner wurde 1848 aufgehoben.
"Uns Kinder lockte jener Markt, der nach einem
eigentümlichen Backwerk der Striezelmarkt genannt wird", erinnerte sich der
berühmte Dresdner Künstler des frühen 19. Jahrhunderts, Wilhelm von
Kügelgen. Und auch in diesem Jahr lockt in den vier Adventswochen der
weihnachtliche Markt im Herzen Dresdens.
Im Mittelpunkt des Marktes steht der Originale Dresdner Christstollen, der im 17.
Jahrhundert aus dem bereits 1486 erwähnten Hefestriezel hervorgegangen ist.
Schon zur
Eröffnung wird ein Riesenstollen gebacken, dessen Länge dem aktuellen Jahr
entspricht. Das Dresdner Stollenfest, welches jedes Jahr ein Höhepunkt des Striezelmarktes darstellt, ist ganz dem Dresdner
Backwerk gewidmet, das in Rekordgröße zum Abschluss
des Festumzuges, vorgestellt wird. Wer eher Pfefferkuchen liebt, der kann auf dem Striezelmarkt zu den
Leckereien aus dem
nordöstlich von Dresden gelegenen Pulsnitz greifen. Auch die traditionellen und
charakteristischen Holzschnitzereien aus dem Erzgebirge dürfen nicht fehlen. Schwibbögen mit Kurrentesängern, Räucher-Männer und -frauen sowie Engel in allen
Variationen und Weihnachtspyramiden von der einfachen Krippendarstellung bis hin zum
gotischen Turmgebäude werden in den Buden angeboten. Übrigens die
Krippendarstellung wurde erst im13ten Jahrhundert von der Kirche genehmigt. Die größte Weihnachtspyramide ist allerdings unverkäuflich. Das eigens für den
Striezelmarkt gefertigte Schnitzwerk in Rekordmaßen ist Mittelpunkt des Marktes. Die über 14 Meter hohe
Holzpyramide steht übrigens nicht nur auf dem Dresdner Altmarkt sondern auch im
Guinness-Buch der
Rekorde.
Plauener und Voigtländer Spitzen, feingemusterte Stoffe der
Lausitzer Blaufärber und Keramik aus dem schlesischen Teil Sachsens lassen den
Striezelmarkt zu einem Aushängeschild sächsischer Volkskunst werden.
Zu einem Ausflug in die Historie des weihnachtlichen Kunsthandwerks lädt das Stadtmuseum
Dresden während des Striezelmarkts jeweils mit der Ausstellung Weihnachtliche
Kindheitsträume und das Museum für Sächsische Volkskunst im Jägerhof mit der
traditionellen Ausstellung ein, bei der an den Wochenenden Drechsler, Klöpplerinnen und
Spinnerinnen ihr Können zeigen.
Der Dresdner Pflaumentoffel gehört wohl seit vielen Jahren zu den beliebtesten lebendigen Traditionen des Dresdner Striezelmarkts. Welches Kind ist nicht stolz einen so kleinen Lümmel sein Eigen zu nennen. Den Ursprung fand der Pflaumentoffel, auch früher Feuerrüpel genannt in den Kindern, welche unter schwersten Bedingungen sich als Kaminfeger verdingten und durch die die engen Kamine krochen, um sich somit ein paar Pfennige zu verdienen. Oft waren diese Kinder, welche die schmutzige und sehr schwere Arbeit verrichteten, nicht älter als sieben bis acht Jahre
und dazu meistens noch Waise. Sie waren es auch die, welche dann diese Feuerrüpel auf den Striezelmarkt verkauften um die Winterpause zu überstehen.
Heute sind die Geschichten meist längst vergessen und die Kinder erfreuen sich an seinem lachenden Gesicht, welches in den Jahrzehnten vorher wohl nicht so ausgesehen hat. Der Pflaumentoffel wird oft aufgehoben, den zum verspeisen ist der kleine Mann wohl zu schade. Lassen wir ihn in Würde alt werden und verschrumpeln. Soll er uns mehr Glück bringen als den Kindern der längst vergangenen Zeiten.

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