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Meine Kindheit und Jugendzeit - Dresden Strehlen - |
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Wie schon im
Vorwort erwähnt, bin ich in
Dresden-Strehlen, Wienerstr.86 geboren. Noch während meiner Kleinkinderzeit zogen wir
innerhalb Strehlen auf die Gustav-Adolf-Str 13. Dort wohnte ich bis zu meinem
22. Lebensjahr.
Dresden-Strehlen gehört heute zum Stadtbezirk von Dresden-Süd. Leider ist von Strehlen urkundlich nicht viel vorhanden, da Strehlen vorgeschichtlich ein Kirchdorf war und ab ca.1310 mit dem Klostergut Leubnitz vereint und durch dieses verwaltet wurde. Aus diesem Grunde fehlen in Strehlen die, wie bei anderen Orten vorhandenen Aufzeichnungen wie Kirchenbücher und Geburts- und Sterberegister. Urkundlich wurde Strehlen erstmals 1288 unter dem Namen Strowelin erwähnt. Dabei muss gesagt werden, dass Strehlen in der Zeit 1288 bis 1600 mehrere male seinen Namen gewechselt hat, bevor es dann bei Strehlen blieb.
Von
Strehlen aus bestand schon vor dem 17. Jahrhundert ein mit
Schwarzpappeln bepflanzter Weg, der so genannt Poetenweg, welcher entlang an der Kaitzbach am Forsthaus des Rothhäuser Reviers vorbei über die Bürgerwiese nach
Dresden führte. Die Kaitzbach floss zur damaligen Zeit noch direkt in die Stadt Dresden und über dem Altmarkt. Das Forsthaus erhielt später noch die Ausschanksrechte
und wurde somit zum Gasthaus. Die Gaststätte Rothes Haus war
noch bis 1860 ein viel besuchtes Ausflugsziel. An dieser Stelle wurde dann
später die königliche Villa von Strehlen mit ihrem Park und einer schönen Teichanlage
angelegt. Die Teichanlage versumpfte wegen Wassermangel des Heiligen Born und
wurde daraufhin zu
geschüttet. Der Dorfkern von Strehlen erstreckte sich entlang dem Bett der Kaitzbach, welches noch zu heutiger Zeit
sehr gut zu erkennen ist. Diese Anordnung einer solchen Siedlung wird als Platzdorf
bezeichnet. Die Kaitzbach versorgte das gesamte Dorf Strehlen mit ausreichend Wasser, und
um 1547 wurde sogar eine Wassermühle mit seinem Nass angetrieben. Durch das Menge der Abgaben
des Dorfes Strehlen am
königlichen Hofes ist zu ersehen , dass Strehlen schon zur damaligen Zeit größer
gewesen sein muss als anderen umliegenden Dörfer. Dies hatte Strehlen seiner ausgezeichneten Lage und
Nähe zu Dresden zu verdanken. An der Endung "en" von Strehlen erkennt man, dass der
Ursprung Strehlens im Slawischen liegt. Noch heute sind mitten in
Altstrehlen die malerischen Wiesen an der Kaitzbach und deren alten Brücken zu sehen.
Nach
der großen Wasserkatastrophe 1876, wo die Kaitzbach das Dorf Strehlen sowie
erhebliche Teile des Großen Gartens, der Bürgerwiese sowie Teile der Stadt in
einen unangenehm riechenden See verwandelte, wurden mit der Gemeinde Strehlen
nach vorher mehrmaligen ab 1888 gescheiterten Versuchen die Verhandlungen
aufgenommen und im Jahre 1892 mit 3577 ha in die Stadt Dresden eingemeindet.
Schon vor diesem Akt wurde Strehlen am Abwasser-, Wasser- und
Gasnetz der Stadt Dresen angeschlossen. Ebenfalls gab es bereits eine befestigte
Strasse die damalige Residenzstrasse, heute August- Bebel-Str. Gleichzeitig
wurde das Interesse wohlhabender Bürger geweckt, westlich des damalige
Dorfkerns in der Nähe der Strehlener Königlichen Villa ein Viertel prächtiger
Häuser entstehen zu lassen. Die in Strehlen
befindliche Villa der königlichen Familie, mit den umfangreichen Gartenanlage
sowie mit einem privaten Haltepunkt, war der Lieblingsaufenthalt der Prinzessin Carola
und des
Königs Albert. In Strehlen haben sich schon in geraumer Vorzeit die Rosenzüchter, welche die Rosen für die Bepflanzung der königlichen Gärten,
der Wettiner Häuser und den Schoßbauten und später auch der Stadt
angesiedelt. Ihre Rosenzüchtungen waren auf Grund ihrer Bewurzelung, ihrer
Stämme und sorgfältigen Kronenbildung überall bevorzugt. Am 10.Mai 1883 wurde
eine Pferdebahn mit die Strecke Dresden Neumarkt - Strehlen über Zoo, zum Wasa-Platz
mit Einmündigung Kreischaer Strasse eingerichtet. Mit Elektrifizierung
der Bahn wurde die Strecke bis Hugo-Bürgner-Platz verlängert. Später
fuhr dann die Straßenbahn über die Dohnaer Strasse, Dorotheenstrasse nach
Reick
In unmittelbarer
Nähe befindet sich der Große Garten, welcher
ebenfalls zu dem Strehlener Landbesitz zählte, mit all
seinen
Sehenswürdigkeiten. Südlich des Großen Gartens erblickt man jenseits der
Eisenbahnlinie auf
einer Anhöhe die Strehlener Christuskirche mit
den zwei weit hin sichtbaren Türmen, von 1902 - 1905 von den Dresdner
Architekten Schilling u. Gräbner, im Jugendstil erbaut Das Wappen der Gemeinde Strehlen befindet sich
am rechten Turm der Strehlener Christuskirche. Da Strehlen schon in früher Vorzeit eine eigenständige
Gemeinde war, zwar in einem Gemeindeverband verankert, besaß Strehlen schon
damals ein eigenes Gemeindewappen (links). Zu damaligen Zeit gehörte des Vorwerks von Strehlen
in die Gemeinde der Frauenkirche und später der Kreuzkirche und erst mit Bau der Christuskirche
erhielt die Gemeinde Strehlen ihre Selbständigkeit. Die
Strehlener Christuskirche ist mit einer Jehmlich-Orgel ausgestattet. Sie
wurde 1905 mit 63 Registern auf 3 Manualen und Pedal gebaut. 1945 wurde die
Orgel durch eine Luftmine stark beschädigt. 1951 wurde die Orgel von der
Firma
Jehmlich wieder teilweise bzw. notdürftig repariert. Durch Johannes Schubert
erfolgte von 1984 bis 1988 eine Generalreparatur und Vergrößerung, so dass die
Orgel eine neue Klanggestalt erhielt. Jetzt hat die Orgel 4316 Pfeifen in 62
Registern und besitzt ein imposantes Schwellwerk. Sie zählt zu den großen
Orgeln in Sachsen.
Hecht. Die Kirche wurde in der Bombennacht des 13. Februar stark
beschädigt. Die
Kirchtürme sind durch den
Brand
bzw. die Bombardierung noch heute ganz schwarz.1950 wurden dann die ersten notdürftigen Sanierungen vorgenommen,
gleichzeitig erfolgte eine Neugestaltung des Innenraumes. Erst 1967 wurde mit
der fachgerechten Sanierung des Daches der Strehlener Christuskirche angefangen. Diese Arbeit nahm acht Jahre
in Anspruch. Gleichzeitig wurde der Kirchenfußboden erneuert. Restaurationen
des Stuckes sowie die Innenausmahlung wurden bis 1980 zur Wiedereinweihung
abgeschlossen. Links sehen Sie das 1961 gültige Siegel der Strehlener Christuskirche zu Dresden.
In dieser Kirche, der
Strehlener Christuskirche wurde ich
1961 von
Pfarrer Siegesmund konfirmiert.
In Dresden Strehlen ist bis zum heutigen Tage der
alte slawische Dorfkern zu erkennen. Leider sind auch hier die Kriegseinwirkungen lange Zeit
zu sehen gewesen. Nach der Wende wurde ebenfalls mit den geschichtlichen Zeugen
Strehlens nicht all
zu zaghaft umgegangen. So wurde nach einem Zeitungsartikel der Sächsische Zeitung
vom 14. Januar 1997 berichtet, dass die letzten Teile des noch zum Teil vorhandenen
Vierseitenhofs "Altstrehlen 1" nach einem Brand das Ende droht. Lange
hat es nicht gedauert und diese
Mauerreste des Hofes fielen endgültig der Abrissbirne
zum Opfer. Ob dieser Hof je wieder aufgebaut wird wage ich zu bezweifeln. Die
Kosten werden den Mut zur Investition überdecken. Schade ein Stück Altstrehlen
ist damit für immer verloren. Der einige Meter weiter noch vorhandene
Vierseitenhof Altstrehlen 3/5 ist zu einem neuen Vierseitenhof mit
Tiefgarage, kleinen Geschäften im Erdgeschoss und Wohnungen in den oberen
Etagen erstanden. So
ist wurde wenigsten an dieser Stelle der optische Eindruck von Altstrehlen wieder hergestellt. Noch
gibt es entlang der Kaitzbach im alten Dorf Strehlen in Bezug Restaurierung viel zu tun, aber wie wir
alle wissen gibt es überall andere wichtiger Probleme, welche solche Vorhaben
immer wieder nach hinten drängen. Trotzdem darf man sagen, die Strehlener
Bürger geben sich die größte Mühe ihre alten Zeitzeugen nach und nach in
alter Pracht rauszuputzen.

Im
Alten Glanz neu erstanden ist die Strehlener Gaststätte und
Hotel Königshof am Wasa-Platz. Der Strehlener Königshof hat seine Wurzeln 1880 im Palitzschs Gasthof.
1888 war der Strehlener Gasthof "Königshof " fertig gestellt. Sie sehen links eine Darstellung
des Königshoftheater aus dem in den zwanziger Jahren der zum
Ballsaal entstand. So
wie ich vom hören, sagen erfahren habe gehörte dieses Restaurant und Hotel mit seinem Ballsaal
zu dem nobelsten in Strehlen und dieser Region und war ebenfalls in Dresden gut bekannt. Mit einem großen Ballsaal welcher heute
wieder im alten Glanz erstrahlt, habe ich
persönlich Anfang der 50ziger zu einer Faschingveranstaltung
Bekanntschaft
gemacht. Danach wurde der
Ballsaal für längere Zeit geschlossen um im als "HO-Verkaufsetage"
um
zu funktionieren.
Die Gaststätte Strehlener Hof im Erdgeschoss existierte noch einige Jahre, wurde aber
ebenfalls geschlossen. Zum Glück wurden die Stuckarbeiten nur mittels Holzspanplatten überdeckt, die
Bühne wurde mit gleichen Platten geschlossen und diente für das damalige Personal
der
Verkaufsetage als Aufenthaltsraum. Jahre danach wurde der gesamte Gebäudekomplex wegen
Baufälligkeit geschlossen und erst nach dem wirtschaftlichen Ruinen der DDR saniert und
restauriert. Heute erstrahlt der Strehlener Königshof in alter Pracht.
Schauen Sie doch
einfach rein, oder besser besuchen Sie Ihn bei Ihren Aufenthalt in Dresden und hören Sie sich ein Konzert an. Ich wünsche ihnen
viel Spaß.
Das Strehlener Keglerheim, ein Stück altes Strehlen, so weit wie ich mich erinnern
kann war
dieser
Komplex geprägt von einer Gaststätte Namens Keglerheim mit
Gästezimmer. Der
Bereich hat schon im 17ten Jahrhundert existiert. Mir ist nur nicht bekannt in
welchen Zeitraum die Gaststätte entstanden ist und welche Bedeutung die
anliegenden flachen Gebäude hatten. Ich nehme, auf Grund der dicken Außenmauern an, das dies ebenso alte Bauernhäuser gewesen sind wie die anliegenden
zur Kaitzbach hin.. Zu DDR-Zeiten war in den 50ziger Jahren der
Gaststättenbetrieb noch im Gange, auch die
Kegelbahn
existierte noch. Doch irgend wann war dies alles vorbei. Aus der Gaststätte
wurde ein Schuhgeschäft. Die Kegelbahn wurde zu Lotto Holfeld und die anderen
anliegenden Gebäude wurden so weit es möglich war industriell genutzt. In den
letzten Jahren der DDR war dies alles wegen Baufälligkeit gesperrt, ist aber
auf Grund fehlende Gelder nicht abgerissen worden. Doch mit der Neubebauung der
Lockwitzerstraße sind ein Großteil der noch vorhandenen Baulichen Reste des
Keglerheim abgerissen worden. Von der Gaststätte ist nicht mehr zu sehen. Es
sind noch ein paar jämmerliche Reste der hier schon erwähnten Flach bauten
vorhanden welche nicht gerade ein schönes noch interessantes Bild abgeben. Aus
diesen noch vorhandenen Bild kann man sich über den Originalen Zustand des
ehemaligen Komplex kein Bild mehr machen. Da es sehr wenig Material von dem
ehemaligen Keglerheim gibt, ist es mir vorerst nicht möglich mehr darüber zu berichten.
Einige Bilder sollen den vergangenen Zustand dokumentieren.
Der
Wasaplatz in
Strehlen ist
im Lageplan von Strehlen aus dem Jahre 1651 schon als Platz zu erkennen, er befand sich
damals außerhalb der
Dorfanlage. Durch den Bau der Residenzstraße, heute August-Bebel-Strasse, der
Kreischaer Strasse,
der Lockwitzer Straße und
der Wasastraße wurde er zum bedeuternsten Verkehrsknotenpunkt des
Stadtteil Strehlen. Übrigens die kleine Insel auf dem Platz ist heute noch
teilweise existent. Der Straßenverkehr wurde lange Zeit von Hand geregelt. Doch mit zunehmender
Verkehrsdichte war dies nicht mehr möglich. Heute ist es der wichtigste, ein moderner durch
Ampel
geregelter Verkehrsknotenpunkt von Strehlen.
Literaturnachweis: Sächsischer Bote Dresden, Sächsische Zeitung, Dresden und das Elbgelände (1910), Dresden, das Buch der Stadt (1924). Dresden Archiv Dresdner Stadtjournal "Südhang"