Die Haupt- und Residenzstadt Dresden des Königreiches Sachsen - Stadtansichten der Alten Stadt - Geschichtssplitter
bearbeitet von : Hans-Jürgen Haupt 1999 - 2003
|
|
Stadtpanorama ca. 1930 ( Drucksachenpostkarte
No.1 Verlag Emil Degenkolb Nf. Dresden )
Dresden einst die Perle Deutscher Städte ist am 13. Februar 1945 in wenigen Minuten untergegangen. Die Stadt war zu 90% zerstört, die Innenstadt total, und trotzdem kann man heute die wunderschöne Silhouette aus dem Jahre 1910 wieder gut erkennen. Fast alle Gebäude der "Alten Stadt" welche Jahrhunderte die Silhouette geprägt haben sind wieder auferstanden und künden von der hohen Baukunst unserer Vorzeit. Mit der Errichtung der Frauenkirchen ist der letzte wesentliche Abschnitt getan um das historische Stadtbild wiedererstehen zu lassen.
Das Dresdner Schloss
Im Jahre 1530-35 von Herzog Georg erbaut, daher Georgenschloß genannt und von Kurfürst August II. und anderen Fürsten erweitert, stellt sich nach dem Umbau von Dunger und Fröhlich, 1890-1902, als ein stattliches Bauwerk im deutschen Renaissancestil dar. Das Schloss hat drei Haupttore, unter denen das so genannte "Grüne Tor" mit dem 101 m. hohem Turm geschmückt ist.
Die prächtigen vier Ecktreppen des großen
Schlosshofes in
deutscher Frührenaissance geben noch
Vorstellungen des Baues von 1534. Dies ist der noch
heute älteste Teil des Schlosses, welcher im Originalzustand erhalten ist. Hier ist
auch der
Urspruch des
königlichen Schlosses von Dresden zu finden. Das Schloss wurde am
13. Februar 1945 durch angloamerikanische Bomber fast völlig sinnlos zerstört und
während der Zeit der DDR auf Grund von Aktivitäten von Kunsthistoriker nur gesichert und
notdürftig saniert. Das Georgentor war der einzige Teil, der bereits zu DDR-Zeiten wieder
hergerichtet wurde.
Heute wird das Schloss in mühevoller Kleinarbeit und sehr sorgsam nach alten Originalenansichten und noch vorhandenen Bauplänen sorgfältig restauriert.
Der Dresdner
Altmarkt

Ältester und größter freier Platz im
Stadtgebiet. Dieser Platz war im 15ten Jahrhundert derart von Unrat und Fäkalien
verschmutzt, dass sich ein widerlicher Geruch über den Platz verbreitete dabei war er
für alle möglichen Haustieren ein zu Hause. Schweine suhlten sich im Schlamm und Hühner
sowie Gänse zogen in Scharen über den Platz und ließen dabei ständig etwas fallen.
Damals floss noch der Kaitzbach über diesem Platz er sollte den Unrat und vor allem die
Fäkalien in die Elbe spülen. Die einzigen Häuser bzw. Bauwerke
die diesem Platz
säumten war das alte Rathaus und die Kreuzkirche. Als Markt- und Festplatz für
allerlei Festlichkeiten wurde er erst später und nach einer gründlichen Reinigung nach
dem 15then Jahrhundert.. Wie das Bild zeigt war dieser Platz von einer Vielzahl
Bürgerhäuser umgeben in denen sich immer eins bzw. mehrere Geschäft oder Kaufhäuser
befanden. In der Mitte des Platzes Befand sich das Standbild der Germania eine in Bronze
gegossene Statur einer zum Kampf bereiten Frau. Diese Figur wie auch dem
Altmarkt umgebenden Candelaver wurde nach dem
Bombenangriff von den sowjetischen Besatzungstruppen als Reparation demontiert,
vom Platz entfernt und wie vieles andere mehr landeten diese Kulturgüter
wahrscheinlich in den Hochöfen der damaligen Sowjetunion. Jedenfalls hatten diese Wahrzeichen des Altmarktes den
Bombenangriff fast unbeschadet überlebt und standen damals noch inmitten der Trümmerwelt, wie
viele Fotodokumente beweisen. Auf der Westseite des Platzes befand sich das alte
Rathaus, welches dem Bombenangriff und dann der Abrissbirne der Kommunisten zum Opfer fiel.
Überhaupt ist von den alten Fassaden der
Bürgerhäuser nicht ein einziges erhalten geblieben, obwohl einige noch
erhaltenswürdig gewesen wären. Aber die Betonköpfe der damalig Regierung hatten nur eins im Sinn eine sozialistische Großstadt ohne
kapitalistische
Vergangenheit zu bauen.
Die Sophienkirche (Die evangelische Hofkirche )
Die Geschichte der
Franziskanerkirche reicht bis vor 1265 zurück. Bekannt ist,
dass das Kloster vor 1272
gegründet wurde. Damals als lang gestreckter,
flach
gedeckter, einschiffiger Saalbau mit geradem Chorabschluss. 1351- 57 wurde sie als
Klosterkirche der Grauen Brüder (Franziskaner-Minoiten) zu einer zweischiffigen,
symmetrischen, sechsjocheigen Hallenkirche mit Chordoppelpolygon ausgebaut. Von ihrer
Vorgängerin übernommen wurde, die komplette Nordwand und Teile des Westgiebels. Die
Strebenpfeiler entstanden erst bei der Einwölbung nach Mitte des 15. Jahrhunderts.
In der Zeit nach der Reformation wurde sie unter anderem als Getreideboden und Pferdestall
zweckentfremdet und das dazugehörige Kloster des Bettelordens aufgelöst. Erst im Jahr
1598 ließ Kurfürstin Sophie, Witwe des Kurfürst Christians I., den Kirchenbau erneuern
und zum lutherischen Hofgottesdienst bestimmt.. So erhielt sie ihrer Aufgabe
zurückgeführt und wurde 1602 als protestantische Sophienkirche neu geweiht. 1864-68 nach
Prof. Arnolds Plan im goethischen Stiel erneuert und mit je zwei 66 mtr. hohen Türmen
ausgestattet. 1910 wurde sie im inneren von Erlwein umgebaut. In ihrem Inneren der Kirche
befanden sich 70 wertvolle Grabplatten und weiterhin enthielt eine Anzahl wertvoller
Grüfte mit wertvollen Schmuck. In dieser Kirche hat nach der Reformation Luther
gepredigt.
Die Kirche wurde am 13.Februar 1945 zum Teil zerstört, wäre aber durchaus wieder restaurationswürdig gewesen. Doch die damalige Einstellung des herrschenden kommunistischen Regime "Wir bauen eine moderne sozialistische Großstadt" fiel diese Kirche unter dem Befehl von Walter Ulbricht und des damaligen Bürgermeister von Dresden Walter Weidauer der Abrissbirne zum Opfer.
Die Frauenkirche zu Dresden

Die Frauenkirche mit ihrer 95m
hohen kolossalen Kuppel ist weithin sichtbar. Sie wurde von 1726 - 45 von
Ratszimmermeister Bär aus lauter Sandsteinquader, ohne Beihilfe irgendwelchen Holzwerkes,
so schuss- und feuerfest erbaut, dass sie selbst die bei der Belagerung 1760 durch die
Preußen darauf geworfenen Bomben sie nicht beschädigen konnten. Erst die große Hitze
während des Bombenangriffs 1945 brachte die Kirche zwei Tagen nach diesem zum Einsturz.
Das Altarblatt, erhabene Arbeit von Feige (Christus betend am Ölberg ). Ausgerüstet mit
einer vortrefflichen Orgel von 43 klingenden Stimmen, 6000 Pfeifen und 3 Manualen -
Silbermanns bestes Werk. In der Kuppel ebenfalls von behauenen Stein kann man
hinaufsteigen und man kann das Panorama der Stadt und deren Umgebung vortrefflich
überblicken Vor der Frauenkirche steht das Luther- Denkmal von Rietschel´s hinterlassenen Modell, in Erz gegossen von Bierling, 1885 enthüllt.
Das Coselpalais
Direkt östlich 20 Meter hinter der Frauenkirche befindet sich das Coselpalais, es gehört zu dem heute noch erhaltenen beziehungsweise restaurierten historischen Stadtkern Dresdens. Das Kellergeschoss bewahrt noch heute stimmungsvolle und beeindruckende alte Reste des ehemaligen Pulverturmes der Alten Stadt.
Oberlandbaumeister Johann
Christoff Knöffel baute auf den Grundmauern des Pulverturmes zwei
prächtige Wohngebäude welche jedoch bereits 1760 durch preußischen
Artilleriebeschuss total ausbrannten. Bereits 1763 lies der
General der Infanterie und Befehlshaber der Garde de Corps Friedrich August,
Reichsgraf von Cosel, der Sohn des Sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs
August des Starken und der Reichsgräfin von Cosel auf beiden Wohngrundstücken
durch Oberbaumeister Julius Heinrich Schwarze das heute im Originalstiel
wiederhergestellte Coselpalais errichten. Unter Erhaltung der noch vorhandenen Bausubstanz wurde
in höchster architektonischer und bildhauerischer Leistung ein einmaliges repräsentatives spätbarockes Palais geschaffen, das Coselpalais.
Es beherbergte von da ab verschiedene diplomatischer Missionen. So residierten der Königlich-spanische
Minister am Kursächsischen Hof "Chevalier de Quinnones" und der Kurbraunschweigerische Außerordentliche Gesandte Freiherr von Bremen in dem
Gebäude. Das Coselpalais zählt auf
Grund seiner hervorragenden architektonischen Gestaltung zu den wichtigsten und meist
beachtetsten Bauten des 18. Jahrhunderts in Dresden.1853 ging das Coselpalais
in den Besitz des Sächsischen Staates über und wurde von da ab als königliches
Polizeihaus genutzt..
In der verheerenden und sinnlosen Bombennacht im Februar 1945 wurde auch das Coselpalais, wie alle Gebäude der Innenstadt, zu 90% zerstört. Die Torhäuser blieben in Ihrer Bausubstanz erhalten. Erst nach 53 Jahren fand im Oktober 1998 die Grundsteinlegung für einen originalgetreue Wiederaufbau des Coselpalais statt, welcher dann im Februar des Jahres 2000 mit dem Wieder erstrahlen des alten und neuen Coselpalais seine Erfüllung fand. Das Coselpalais ist der erste "Leitbau", der direkt neben der Frauenkirche eine exponierte Sonderstellung aufweist und seit Februar 2000 im originalen Glanz erstrahlt. Es ist das ältestes Gebäude Dresdens des klassischen Spätbarock. Heute sehen Sie vom Ehrenhof die auf Sandsteinsäulen aufgestellte kostbarste Kindergruppe (Putte) des Dresdner Rokoko, aus Sandstein gefertigt von G. Knöffler, und genießen einen einzigartigen Blick auf die weltberühmte Dresdner Frauenkirche.
Heute beherbergt dieses Gebäude im Erdgeschoss das Grand Cafe und Restaurant mit deutschfranzösischer Küche in exklusivem Ambiente sowie eine dazugehörige Terrasse im barocken Ehrenhof mit Brunnen. Im Keller finden Sie das romantische Gewölberestaurant "Pulverturm". Wie schon der Name verrät ist die eine sehr romantische Gaststätte in der die alten Mauerreste des ehemaligen Pulverturmes zu sehen sind. Sollte man nicht verpassen. Weiterhin beherbergt das Coselpalais ein Hotel der gehobenen Klasse.
Das Blaue Wunder ( früher : König Albert-Brücke )
Die König Albert Brücke wurde in den Jahren
1891-93 nach einem Entwurf der Architekten Claus Köpke und Hans Manfred Krüger gebaut.
Da diese Brücke zur damaligen Zeit die erste freitragende Stahlhängebrücke mir eine
Spannweite von 141,5 Meter war, war dieses Projekt sehr umstritten. Die gesamte Länger
der Brücke beträgt 260 Meter. Allein das Gewicht der Stahlteile beträgt 3500
Tonnen. Dazu muss man noch den Anstrich rechnen der sich auch im der einstelligen
Tonnenbereich befindet. Der erste Anstrich der Brücke war in dem Farbton Grün. Diese
Farbe erwies sich jedoch nicht als sehr beständig, so wurde eine qualitativ bessere Farbe
aber im Farbton Blau verwendet. Durch diesen Anstrichwechsel wurde im Dresdner Volksmund
der noch heute gültige Ausdruck " Das Blaue Wunder " geboren. Dieses Bauwerk
ist in der damaligen Zeit die größte freitragende Stahlkonstruktion und sollte
laut Berechnungen anderer Architekten unter ihrer eigenen Last zusammenbrechen.

Das Blaue Wunder verbindet die Ortsteile
Blasewitz mit dem Ortsteil Loschwitz. Ihr Zusammenhalt wird durch ein Unzahl von Nieten
gewährleistet. Sie allein wiegen 97 Tonnen.
Gegen Ende des 2.Weltkriges sollte diese Brücke gesprengt werden um den russischen Truppen den schnellen Einmarsch nach Dresden zu versperren. Doch zwei mutige Dresdner Namens Erich Stöckel und Paul Zickler haben trotz strengster Bewachung in einer sehr mutigen Aktion in der Nacht vor der Sprengung das Sprengkabel zerschnitten und somit das wertvolle Bauwerk erhalten.
Noch in der heutigen Zeit dient das Blaue Wunder als Verkehrsader zwischen den beiden Stadtteilen. Es wurde in dem Jahr 1985 am 10. April der Straßenbahn- verkehr eingestellt und sogleich ein Fahrverbot für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von mehr als 15 Tonnen ausgesprochen. Die Buslinie in Richtung Fernsehturm und Ebert Platz verkehrt heute noch über das Blaue Wunder.
Stadtpanorama 1930 (Verlag A. Desbarats, Dresden -A. 1 No 422)